Bree
Bree liegt im östlichen Teil des alten Königreiches Arthedain an der
Kreuzung der Großen Oststraße mit der Alten Nordstraße. Es ist
eine der ältesten Ansiedlungen der Menschen im Westen und bestand schon vor
der Gründung Arnors im Jahre 3320 des Zweiten Zeitalters.
Auch die Hobbitsippen der Harfüße und Falbhäute ließen sich
im Jahre 1300 des Dritten Zeitalters in Bree und Umgebung nieder. Sie siedelten
dort, bis sie im Jahre 1601 die Erlaubnis von König Argeleb II aus Fornost
bekamen, weiter gen Westen ins Auenland zu ziehen.
Zur Zeit der numenorischen Königreiche war Bree eine Stadt mit lebhaftem
Handel und Verkehr. Es war das Zentrum des Breelandes mit den vier Ortschaften:
Bree, Stadel, Schlucht, Archet und einigen versprengten Gehöften.
Das Breeland ist ein Landstrich mit Ackerland und durchforsteten Waldungen,
aber nur einige Meilen breit. Die Siedlungen sind rund um die Hänge des
Breeberges angeordnet: Bree im Westen unter dem düsteren Berghang; Stadel
an den sanfteren südöstlichen Hängen; Schlucht in einem tiefen
Tal im Osten; Archet im Chetwald nördlich von Schlucht.
Die Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Verkehrswege, der Großen Oststraße
und der Alten Nordstraße, brachte Bree eine vorherrschende Stellung im
Breeland ein, und es wurde die größte und wichtigste der vier Siedlungen.
Die Alte Nordstraße war während des frühen Dritten Zeitalters
von größter Bedeutung, als Dunedain von Fornost im Norden hinunter
nach Tharbad und weiter in das Reich von Gondor zogen. Nach dem Fall Arnors
wurde die Straße selten benutzt und hieß dann Grünweg, denn
sie war bald von Gras überwuchert.
Mit dem Untergang der Nördlichen Königreiche nahm auch die Blütezeit
Brees ein Ende. Allein den Waldläufern des Nordens war es zu verdanken,
dass Bree nicht plündernden Horden zum Opfer fiel und weiter bestehen
konnte.
Ebenso wie viele andere Siedler in alten Zeiten hatten die Leute von Bree sich bemüht, ihr Dorf durch künstliche Hindernisse zu schützen. Sie erbauten keine Mauern, sondern hoben einen tiefen Graben aus, der auf der inneren Seite mit einer dichten Hecke bewachsen ist.
Die von Westen nach Süden durch das Dorf verlaufende Große Oststraße
überquert den Graben auf einem Damm. Aber wo sie an die Hecke stößt,
ist sie mit einem großen Tor versperrt. Dieses wird bei Einbruch der Nacht
geschlossen und von Torwächtern bewacht.
Das Dorf umfasst einige hundert Steinhäuser der Menschen, die zumeist oberhalb
der Straße liegen, an den Berghang geschmiegt. Im Osten und oberhalb der
Menschenhäuser befinden sich die Höhlen der Hobbits. Der größte
Teil der Hobbits wohnt jedoch im Nachbardorf Stadel.
Im Zentrum des Ortes liegt das Gasthaus Zum Tänzelnden Pony - gesellschaftlicher
Mittelpunkt Brees und des ganzen Breelandes. Ein großes dreistöckiges
Gebäude mit zwei nach hinten in den Berghang hinein gebauten Seitenflügeln
und einem Hof dazwischen, ist es seit Urzeiten im Besitz der Familie Butterblume
und bietet seinen Gästen bequemes Quartier, gutbürgerliche Küche und ein vorzügliches Bier.
Im Tänzelnden Pony steigen Reisende ab und tauschen Neuigkeiten aus aller
Welt aus. Es ist ein Treffpunkt der Geschwätzigen und Neugierigen, Stammlokal der Waldläufer und anderer Wanderer, die über die Oststraße zum und vom Gebirge ziehen, hauptsächlich Zwerge.
Der Wirt Gerstenmann Butterblume selbst war ein kleiner, dicker Mann mit einem
immer rot angelaufenen, aber gutmütigen Gesicht. Etwas schwer von
Begriff und äußerst vergesslich war er jedoch ein herzensguter Mensch, den eine tiefe Freundschaft mit dem Zauberer Gandalf verband.
König Elessar schätzte Butterblumes Bier, obwohl er in seiner Zeit als Waldläufer kein besonders gern gesehener Gast gewesen war.
Die Menschen in Bree (verwandt mit dem Hause Beor) sind unabhängig: niemandem
untertan als sich selbst. Aber mit Hobbits, Zwergen, Elben und anderen Bewohnern
der sie umgebenden Welt haben sie ein gutnachbarschaftliches Verhältnis
- freundschaftlicher als sonst üblich bei Menschen.
Allerdings bleiben die Breeländer, groß und klein, lieber unter sich
und gehen nicht gern in die Welt hinaus - kein Wunder, kommt doch über
die beiden großen Straßen die Welt zu ihnen. Man kümmert sich
hauptsächlich um das, was im Breeland geschieht, nur gelegentlich machen
Hobbits aus Bree Besuche bei ihren Verwandten in Bockland oder im Ostviertel.
Eine Besonderheit des Breevolkes sind die botanischen Familiennamen: Butterblume,
Diestelwolle, Geißblatt, Binsenlicht, Heidezehen, Affalter und Farning
sind weit verbreitet bei den Bree-Menschen.
Auch einige Hobbits haben ähnliche Namen. Die Labkrauts zu Beispiel. Allerdings
tragen die meisten Hobbitfamilien Namen wie auch im Auenland gebräuchlich:
Hang, Dachsbau, Langhöhlen, Sandheber, Stollen oder Unterberg.